Länderübergreifende Zusammenarbeit erfordert interkulturelle Kompetenzen

„Die Welt ist ein globales Dorf“ – Diese Aussage beschreibt die aktuellen Herausforderungen in der interkulturellen Zusammenarbeit. Viele Organisationen haben Standorte in unterschiedlichen Ländern, unterhalten Geschäftsbeziehungen zu Partnern und Kunden. Treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander, werden schnell Schlagworte wir multikulturell, interkulturell, kulturübergreifend ausgepackt.

Arten der Zusammenarbeit: Multi / Übergreifend / Inter

Was ist der Unterschied zwischen multikultureller (multi-cultural), kulturübergreifender (cross-cultural) und interkultureller (inter-cultural) Zusammenarbeit? Während sie alle unter einem Überbegriff stehen, beschreiben sie unterschiedliche Intensitäten und Ausprägungen. Die Unterschiede der Bedeutungen haben mit den Perspektiven zu tun, die wir bei der Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturen einnehmen (können).

Multikulturell

Multikulturell bezieht sich auf eine Gesellschaft, die mehrere kulturelle oder ethnische Gruppen / Gruppierungen enthält. Menschen leben nebeneinander, aber jede kulturelle Gruppe hat wenig bis keine Interaktionen untereinander. Zum Beispiel besuchen Menschen in einer multikulturellen Umgebung ethnische Geschäfte und Restaurants, ohne mit ihren Nachbarn aus anderen Ländern oder Kulturen zu interagieren (z.B. Lokale in „Chinatown“ oder „Little Italy“). Es bleibt bei einem Leben nebeneinander.

 

Kulturübergreifend

Kulturübergreifende Organisationen / Gesellschaften überwinden  die Herausforderungen  zwischen verschiedener Kulturen. In der kulturübergreifenden Kommunikation werden Unterschiede verstanden, anerkannt und bewirken individuelle Veränderungen. Eine Veränderung im Großen bleibt allerdings aus. In solchen Gesellschaften wird eine Kultur oft als „Norm“ betrachtet und alle anderen Kulturen mit der vorherrschenden Kultur verglichen oder gegenüber gestellt.

 

Interkulturell

Interkulturelle Zusammenarbeit steht für Organisationen / Gesellschaften, in denen ein tiefes Verständnis und Respekt für alle Kulturen herrscht. Interkulturelle Kommunikation konzentriert sich auf den gegenseitigen Austausch von Ideen und kulturellen Normen und die Entwicklung tiefer Beziehungen. In einem interkulturellen Umfeld passen sich alle an, passen sich an, lernen voneinander und wachsen zusammen. Dadurch entsteht aus den Summe der einzelnen Teile eine neue Kultur.

 

Interkulturelle Kompetenzen

Das bedeutet, dass wir im internationalen Umfeld nach interkulturellen Kompetenzen streben, einen respektvollen Umgang wahren und ein Verständnis für anderen Kulturen entwickeln. Dazu verweist Darla K. Deardorff, die Autorin von dem „Handbook of Intercultural Competence“ auf fünf spezifische Fähigkeiten, die sich durch Erfahrung und Training entwickeln lassen:

Achtsamkeit

Die Fähigkeit, sich bewusst zu sein, wie die Kommunikation und Interaktion mit anderen abläuft und sich entwickelt. Dafür ist es wichtig, sich stärker auf den Ablauf als auf das Ergebnis zu konzentrieren. Parallel dazu ist es ebenso von Bedeutung, die gewünschten Kommunikationsziele im Blick zu behalten. Somit wäre es zum Beispiel besser, Fragen wie „Was kann ich sagen oder tun, um den Prozess zu unterstützen?“ zu formulieren, anstatt einem „Was meinten Sie?“

Geistige Flexibilität

Die Fähigkeit, neue Kategorien von Informationen zu erstellen, anstatt alte Kategorien beizubehalten. Diese Fähigkeit umfasst das Öffnen für neue Informationen, dem Zulassen von mehr als einer Perspektive und einem Verständnis für persönliche Interpretationen von Nachrichten und Situationen.

Toleranz für Mehrdeutigkeit (Ambiguität)

Die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungen auszuhalten, anstatt sich Sorgen zu machen. Darüber hinaus einen passenden Ansatz zu finden und bei Bedarf abzuändern, wenn sich die Situation entwickelt. Im Allgemeinen suchen Personen mit geringer Ambiguitätstoleranz nach Informationen, die die eigenen Annahmen unterstützen. Personen mit hoher Toleranz suchen nach jenen Informationen, die ein Verständnis für die Situation fördern.

Flexibilität im Verhalten

Die Fähigkeit, Verhaltensweisen einer andere Kultur aufzunehmen und das eigene Verhalten anzupassen. Obwohl das Wissen um eine zweite Sprache für diese Fähigkeit wichtig sein kann, bedeutet dies nicht unbedingt eine kulturelle Anpassungsfähigkeit. Die Flexibilität umfasst auch die Bereitschaft, neue Kultur aufzunehmen und zu verstehen.

Kulturelle Empathie

Die Fähigkeit, die Situation einer anderen Person aus deren intellektueller und emotionaler Perspektive zu verstehen. Empathie zu zeigen beinhaltet die Fähigkeit, sich emotional mit Menschen zu verbinden, Mitgefühl zu zeigen und in mehr als einer Perspektive zu denken.

 

Smarte Organisationen profitieren von Mitarbeitern mit interkulturellen Kompetenzen. Sie verhalten sich gegenüber Kunden und Geschäftspartnern angemessenen – und das vergrößert die Chance auf eine gelungene und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schauen wir uns gemeinsam an, wie wir durch Trainings und dem Aufbau der interkulturellen Kompetenz in ihrer Organisation die Zusammenarbeit verbessern. Denn … Erfolg ist kein Zufall.